Frauenorganisationen sind notwendige Reaktionen der Frauen auf unser patriarchales System. Frauen schließen sich zusammen, um sie selbst zu sein, sich zu entspannen und gemeinsam Kraft zu schöpfen für alles, was von ihnen verlangt wird.
Frauenorganisationen als Reaktion
Hierzulande sind immer noch sämtliche Lebensbereiche männlich dominiert, bzw. geprägt von der binären Vorstellung von Männlich – Weiblich, wodurch alle Geschlechter in ihrer Entfaltung stark einschränkt sind.
Deshalb schaffen sich Frauen in unterschiedlichen Kontexten und aus unterschiedlichen Perspektiven selbstbestimmte Begegnungsfreiräume, wo sie durchatmen können, sich austauschen, sich gegenseitig stärken, sie selbst sein können. Darüber hinaus tragen sie zumeist mit Aktionen – auch auf Social Media –, Veranstaltungen und Projekten dazu bei, dass sich für alle schrittweise etwas ändert.
Allein in Köln gibt es 140 Frauenorganisationen
Rund 80 % der Kölner Frauenorganisationen finanzieren sich hauptsächlich aus Mitgliedsbeiträgen, sind häufig gemeinnützig und verfügen weder über eigene Räume noch über Hauptamtliche. Sie entstehen ständig neu, aber bleiben auch über Jahrzehnte erhalten und das alles nur, wenn es entsprechende Motoren gibt, die für den Zusammenhalt sorgen und die notwendige Arbeit freiwillig und unbezahlt leisten.
Ebenso wie die meist unbezahlte Care-Arbeit im öffentlichen Bewusstsein ausgeblendet wird, wird auch von den wenigsten Frauenorganisationen öffentlich Notiz genommen, obwohl sie Zehntausende von Kölnerinnen umfassen.
Wertschätzung bringt Wähler:innenstimmen
Politikerinnen und Politiker tun gut daran, z.B. anlässlich des Weltfrauentags, diesen Frauenorganisationen ihre Wertschätzung zu zeigen. Denn jede Einzelne dieser vielen tausend Kölnerinnen hat jeweils wieder einige Dutzend Kontakte, mit denen sie sich austauscht.
Frauenorganisationen mit Personal
Daneben arbeiten rund 20 % der Kölner Frauenorganisationen in eigenen Räumen und erbringen mit hauptamtlichem Personal Dienstleistungen für Kölnerinnen. Zumeist sind es absolut notwendige Angebote, häufig für von Gewalt betroffene Frauen. Dass diese Frauenorganisationen Politik und Verwaltung als Erstes einfallen, ist gut so. Die wenigen öffentlichen Zuschüsse, die sie für ihre Arbeit erhalten, dürfen natürlich in keinster Weise in Gefahr geraten. Aber sie kommen ja aus anderen Töpfen, als z.B. städtische Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag.
Zusammenhalten
Das Eine darf nicht gegen das Andere ausgespielt werden. Denn die vielen Frauennetzwerke und -vereine, die ohne Personal auskommen, leisten eine unverzichtbare, die Frauen stabilisierende und die Gleichstellung voran treibende Arbeit, die allen zugutekommt.
Siehe dazu auch: frauenportal.koeln
