Die Kunst des Netzwerkens

Wie Frauen erfolgreich netzwerken
Wie Frauen erfolgreich netzwerken

Dass Netzwerke das Leben beruflich – wie auch privat – sehr erleichtern können, ist inzwischen jeder klar. Frauen machen fleißig Kontakte, treffen sich in beruflichen Netzwerken und tummeln sich bei Social-Media-Anbietern. Trotzdem gibt es ein paar Regeln und Hintergründe, die es beim Netzwerken zu berücksichtigen gilt. Denn allzu leicht können althergebrachte Denk- und Verhaltensweisen von Frauen und Männern den Erfolg aller Bemühungen vereiteln.

Dieser Impulsvortrag will provozieren, zum Nachdenken anregen. Darum sind einige Formulierungen sehr zugespitzt.

Männerbünde – Vitamin B

Zunächst möchte ich mit einem weit verbreiteten Irrtum aufräumen, der auf dem Mythos von Leistung basiert. Unsere Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung gründet auf der Vorstellung, dass jede und jeder alles erreichen kann, wenn sie oder er nur die entsprechenden Leistungen erbringt und dies unabhängig von Herkunft im Sinne von Stand (Klerus, Adel, freie Bauern und Bürger oder heute: Arbeitgeber – Arbeitnehmer).

Die vielen überqualifiziert beschäftigten Frauen und die wenig beschäftigten Migrantinnen und Migranten sind weitgehend anerkannte Symptome dafür, dass unsere chancengleiche Leistungsgesellschaft noch nicht vollständig erreicht ist. Das Antidiskriminierungsgesetz und die vielen Versuche, Chancengleichheit auf dem Bildungswege herzustellen, erweisen ebenfalls das starke Beharrungsvermögen tradierter Strukturen. Und der jährlich im März stattfindende Equal Pay Day erinnert uns daran, dass Frauen im Durchschnitt ca. 20 % weniger verdienen als Männer!

Immer die entsprechende Leistung vorausgesetzt, sind Beziehungen auch heute noch unabdingbar, wenn es darum geht, den gewünschten Platz in der Pyramide der Gesellschaft einzunehmen:

Beziehungen - Vitamin B

Beziehungen – Vitamin B (nach Marie Sichtermann)

Diese Zusammenschlüsse sind – wie unsere gesamte Gesellschaft – selbstverständlich männlich geprägt. Damit folgen sie männlichen Zielen und Regeln:

Zentrales Ziel: Mehr Macht und Geld durch Beziehungen.
Zentrale Regel: Ich gebe, damit Du gibst.

Werte wie Sympathie, Freundschaft, Solidarität spielen ebenfalls eine Rolle. Sie dienen ebenso wie Brauchtumspflege (z.B. Karneval) und Sport (z.B. Fußball) als Legitimation und Identifikationsgrundlage. Ganz im Vordergrund stehen Solidarität und Verantwortung hingegen im sogenannten Nonprofit-Sektor, dem Bereich der karitativen, sozialen und (umwelt-)politischen Organisationen.

Ein Blick in die Geschichte der Frauenorganisationen zeigt, dass sich Frauen in ihren Vereinigungen meist zur Linderung eines gesellschaftlichen Übels zusammengeschlossen haben. Der persönliche Macht- und Geldzuwachs war nicht das Ziel. Dies wurde durch den Ehemann sichergestellt. Nachzulesen z.B. bei den Porträts der alten Frauenverbänden wie z.B. Hausfrauenbund (DHB) und AKF-Köln auf www.frauenportal.koeln.


(1) Pyramide und Auflistung in Anlehnung an Dr. Marie Sichtermann, Vortrag beim AKF Köln, 22.03.04

3 Gedanken zu „Die Kunst des Netzwerkens

  1. Susanne Blischke

    Hallo Frau Alami,
    ich habe die Veranstaltung „Frauen gründen anders“ besucht und fand es eine tolle Sache. Ihre Präsentation hatte exzellente Denkanstöße, besonders was das unterschiedliche Handeln und die unterschiedlichen Ziele von Männern und Frauen beschrieb. Ich finde es sehr interessant über diese Aspekte nachzudenken und mit meinen eigenen Arbeitserfahrungen abzugleichen – gut, das mal so klar aufgelistet zu sehen.
    Vielen Dank und bester Gruß
    Susanne Blischke

  2. Bettina Dorfner

    Hallo Frau Dr. Alami,
    mit großer Freude durfte ich Ihrem gestrigen Beitrag bei „Frauen gründen anders“ lauschen. Haben Sie ganz herzlichen Dank dafür. Es hat Lust aufs Netzwerken gemacht.

  3. Brigitta Vogelpohl

    Hallo, habe gestern Ihren Vortrag bei ,Frauen Gründen anders‘ gehört. Hat mich sehr angesprochen!

Über weitere Kommentare freut sich Dr. Marita Alami.